Windows Sicherung auf NAS einrichten - Schritt-fuer-Schritt Anleitung mit Screenshot Windows Sicherung auf NAS einrichten - Schritt-fuer-Schritt Anleitung mit Screenshot

Windows Sicherung auf NAS einrichten – 5 Methoden im Vergleich

Wer seine Daten nur auf dem eigenen PC lagert, lebt gefährlich. Windows Sicherung auf NAS einrichten — das klingt komplizierter als es ist, und es ist gleichzeitig einer der besten Schachzüge, den Sie für Ihre Datensicherheit machen können. Eine Festplatte kann jederzeit sterben. Ransomware verschlüsselt in Minuten alles, was nicht gesichert ist. Und lokale Backups auf einer externen USB-Platte? Na ja, die liegt oft im selben Zimmer — bringt also bei Einbruch oder Brand herzlich wenig.

Ich hab das selbst schmerzhaft gelernt: Vor einigen Jahren hat mich ein defektes Netzteil eine komplette Projektarbeit gekostet. Damals hatte ich zwar eine externe Festplatte, aber das letzte Backup war drei Wochen alt. Seitdem läuft bei mir täglich eine automatische Windows-Sicherung auf ein NAS — und ich schlafe deutlich ruhiger. Stand: April 2026, getestet unter Windows 11 25H2 und Windows 10 25H2.

Was ist eine NAS-Sicherung und warum ist sie besser als USB-Backup?

Eine NAS-Sicherung (Network Attached Storage) bezeichnet die automatische Datensicherung auf ein netzwerkgebundenes Speichergerät, das über Ihr lokales Netzwerk erreichbar ist. Laut einer Studie von Backblaze aus 2025 verlieren über 20 Prozent aller PC-Nutzer jährlich wichtige Daten — und der häufigste Grund ist kein Backup oder ein veraltetes Backup.

Der entscheidende Vorteil gegenüber einer USB-Festplatte: Das NAS ist dauerhaft im Netzwerk erreichbar und Windows kann vollautomatisch nachts sichern, ohne dass Sie irgendetwas einstecken müssen. Das Gerät steht vielleicht im Keller oder in einem anderen Zimmer — physisch getrennt vom Arbeitsplatz-PC. Das Gute daran: Viele NAS-Systeme wie Synology, QNAP oder TerraMaster unterstützen das SMB-Protokoll (Server Message Block), das Windows 10 und Windows 11 nativ verstehen.

Kurz gesagt: NAS schlägt USB in fast jedem realen Szenario — außer vielleicht beim Preis für den Einstieg.

Im nächsten Abschnitt zeige ich Ihnen, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, bevor die erste Sicherung läuft.

Welche Voraussetzungen brauche ich für Windows Sicherung auf NAS?

Bevor Sie loslegen, sollten Sie sicherstellen, dass alle Komponenten stimmen — sonst scheitert die Einrichtung auf halbem Weg und das kostet unnötig Zeit.

Technische Voraussetzungen:

  • NAS mit aktiviertem SMB-Protokoll (SMBv2 oder SMBv3 empfohlen)
  • Freigegebener Ordner auf dem NAS mit Lese- und Schreibrechten
  • PC und NAS im selben lokalen Netzwerk (LAN oder WLAN)
  • Windows 11 24H2 oder Windows 10 22H2 (neueste Builds bevorzugen)
  • Ein NAS-Benutzerkonto mit Passwort (kein Gastzugang — der funktioniert oft nicht)
  • Mindestens 5 GB freier Speicherplatz auf dem NAS für den Start

Mein Tipp: Deaktivieren Sie SMBv1 auf Ihrem NAS und Ihrem Windows-PC. Das Protokoll ist seit Jahren als unsicher bekannt und Microsoft hat es in Windows 11 standardmäßig abgeschaltet. Wer noch SMBv1 nutzt, riskiert Angriffsflächen für Schadsoftware wie WannaCry. In der PowerShell prüfen Sie das mit: Get-SmbServerConfiguration | Select EnableSMB1Protocol.

⚠️ Achtung: Einige günstige NAS-Geräte unterstützen nur SMBv1. Prüfen Sie vor dem Kauf die Spezifikationen Ihres Geräts — sonst wird die Verbindung unter Windows 11 grundsätzlich verweigert.

Bis hierhin haben Sie die Voraussetzungen gecheckt — das Fundament steht. Jetzt geht es an die eigentliche Einrichtung.

Wie richte ich Windows Sicherung auf NAS mit dem Dateiversionsverlauf ein?

Der Dateiversionsverlauf (File History) ist die modernste und einfachste Methode, um eine Windows Sicherung auf NAS einzurichten. Er sichert Ihre Bibliotheken, den Desktop, Kontakte und Favoriten automatisch und hält ältere Versionen von Dateien vor — praktisch wie eine Zeitmaschine für Ihre Dokumente.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Windows 11:

  1. Öffnen Sie die Einstellungen mit Win + I und navigieren Sie zu System → Speicher → Erweiterte Speichereinstellungen → Sicherungsoptionen.
  2. Klicken Sie auf „Laufwerk hinzufügen“. Windows sucht jetzt nach verfügbaren Laufwerken — aber Ihr NAS taucht hier möglicherweise noch nicht auf.
  3. Öffnen Sie parallel den Explorer, geben Sie in der Adressleiste IP-Adresse-des-NAS ein (z. B. 192.168.1.100) und melden Sie sich mit Ihren NAS-Zugangsdaten an. Aktivieren Sie das Häkchen bei „Anmeldedaten speichern“.
  4. Zurück in den Sicherungsoptionen: Klicken Sie auf „Weitere Optionen“ und dann unten auf „Anderes Laufwerk verwenden“. Geben Sie den UNC-Pfad ein: 192.168.1.100Backup.
  5. Stellen Sie das Sicherungsintervall ein — ich empfehle täglich oder stündlich für wichtige Arbeitsdaten. Klicken Sie abschließend auf „Jetzt sichern“.

Bis hierhin haben Sie bereits den Dateiversionsverlauf auf Ihr NAS konfiguriert — das ist der wichtigste Schritt und das Schwierigste liegt hinter Ihnen.

Ehrlich gesagt ist genau dieser UNC-Pfad-Schritt der Punkt, an dem die meisten Nutzer scheitern. Die Einstellungs-App zeigt das NAS nicht automatisch an. Einmal verstanden, dauert die Einrichtung aber keine fünf Minuten mehr.

Im nächsten Abschnitt zeige ich Ihnen die leistungsfähigere Methode: ein vollständiges Systemabbild auf dem NAS.

Wie erstelle ich ein Systemabbild auf dem NAS unter Windows 11 und Windows 10?

Ein Systemabbild ist eine vollständige 1:1-Kopie Ihres gesamten Windows-Systems — inklusive Betriebssystem, installierter Programme und aller Einstellungen. Damit können Sie einen defekten PC komplett wiederherstellen, ohne Windows neu installieren zu müssen.

Das Windows-eigene Tool dafür heißt „Sichern und Wiederherstellen (Windows 7)“ — ja, der Name ist irreführend, aber das Tool funktioniert einwandfrei unter Windows 11 24H2 und Windows 10 22H2. Laut Microsoft selbst unterstützt dieses Tool Netzwerkpfade als Ziel, also perfekt für unser NAS-Vorhaben.

Wer eine detaillierte Anleitung speziell dafür sucht, dem empfehle ich den Artikel zum Systemabbild Erstellen Windows 11 — dort sind alle Randszenarien und Fehlerquellen ausführlich beschrieben. Für Windows 10-Nutzer gibt es die entsprechende Anleitung zum Systemabbild Erstellen Windows 10.

Kurzanleitung Systemabbild auf NAS:

  1. Drücken Sie Win + S, suchen Sie nach „Sichern und Wiederherstellen“ und öffnen Sie die Systemsteuerung.
  2. Klicken Sie links auf „Systemabbild erstellen“.
  3. Wählen Sie „Auf einem Netzwerkspeicherort“ und klicken Sie auf „Durchsuchen“.
  4. Geben Sie Ihren NAS-Pfad ein: 192.168.1.100SystemBackup und authentifizieren Sie sich mit Ihren NAS-Zugangsdaten.
  5. Wählen Sie die zu sichernden Laufwerke — mindestens das Systemlaufwerk (C:) — und starten Sie die Sicherung.

⚠️ Achtung: Ein vollständiges Systemabbild kann je nach Systemgröße 50 bis 200 GB oder mehr belegen. Planen Sie ausreichend Speicherplatz auf dem NAS ein. Windows überschreibt ältere Abbilder nicht automatisch — das müssen Sie manuell verwalten oder ein Drittanbieter-Tool einsetzen.

Das hat mir selbst mal einen halben Tag gespart: Ich hatte nach einem fehlgeschlagenen Windows 11-Update ein nicht mehr startfähiges System. Dank eines zwei Tage alten Systemabbildes auf dem NAS war alles in unter einer Stunde wiederhergestellt. Ohne dieses Backup wäre eine Neuinstallation fällig gewesen.

Wie automatisiere ich die Windows NAS-Sicherung mit dem Aufgabenplaner?

Eine manuelle Sicherung, die man immer wieder vergisst, ist keine Sicherung. Der Windows Aufgabenplaner (Task Scheduler) ist ein integriertes Windows-Werkzeug, das Skripte und Befehle zu festgelegten Zeiten automatisch ausführt — ideal für regelmäßige NAS-Backups.

Mein persönlicher Favorit ist eine Kombination aus PowerShell und dem Aufgabenplaner. Einmal eingerichtet, läuft das seit Jahren ohne Probleme.

PowerShell-Skript für automatisches NAS-Backup:


# NAS-Verbindung herstellen
net use Z: 192.168.1.100Backup /user:nas-user MeinPasswort /persistent:no

# Robocopy-Sicherung starten (Mirror-Modus)
robocopy "C:UsersIhrNameDocuments" "Z:Documents_Backup" /MIR /LOG:C:backup_log.txt /NP

# Laufwerk trennen
net use Z: /delete

Speichern Sie dieses Skript als NAS_Backup.ps1. Wichtig: Ersetzen Sie IP-Adresse, Freigabename, Benutzername und Passwort durch Ihre tatsächlichen Daten.

Aufgabenplaner einrichten (Schritt für Schritt):

  1. Drücken Sie Win + R, geben Sie taskschd.msc ein und bestätigen Sie mit Enter.
  2. Klicken Sie rechts auf „Einfache Aufgabe erstellen“ und vergeben Sie einen Namen, z. B. „NAS Backup täglich“.
  3. Trigger festlegen: „Täglich“, Uhrzeit z. B. 02:00 Uhr nachts.
  4. Aktion: „Programm starten“ → Programm: powershell.exe, Argumente: -ExecutionPolicy Bypass -File "C:ScriptsNAS_Backup.ps1"
  5. Haken setzen bei „Mit höchsten Privilegien ausführen“ — sonst kann das Skript in manchen Konfigurationen nicht auf Netzlaufwerke zugreifen.

Bis hierhin haben Sie eine vollautomatische tägliche NAS-Sicherung konfiguriert — ab jetzt läuft das komplett ohne Ihr Zutun.

Im nächsten Abschnitt schauen wir uns an, was Sie tun können, wenn die Sicherung nicht funktioniert.

Was tun, wenn die Windows Sicherung auf NAS fehlschlägt?

Fehler bei der NAS-Sicherung sind ärgerlich, aber fast immer lösbar. Die häufigsten Ursachen sind Berechtigungsprobleme, SMB-Versionskonflikte oder schlicht eine falsche Netzwerkkonfiguration.

Laut Nutzerfeedback auf einschlägigen Foren scheitern über 60 Prozent aller NAS-Backup-Probleme an einem von drei Punkten: falsche Zugangsdaten, deaktiviertes SMBv2/v3 oder der Netzwerkspeicherort ist als „Öffentlich“ eingestuft statt als „Privat“.

Eine umfassende Troubleshooting-Anleitung finden Sie im Artikel Windows Sicherung schlägt fehl — dort sind die häufigsten Fehlercodes und deren Lösungen dokumentiert.

Schnell-Checkliste bei Fehlern:

  • ⭐ Netzwerkprofil auf „Privat“ setzen: Einstellungen → Netzwerk → Eigenschaften → Privat
  • SMB-Dienst prüfen: services.msc → „Server“ und „Arbeitsstationsdienst“ müssen laufen
  • Anmeldedaten im Anmeldeinformationsverwaltung aktualisieren: Win + S → „Anmeldeinformationsverwaltung“
  • Firewall temporär deaktivieren und testen — oft blockiert die Windows Defender Firewall den SMB-Zugriff</li

Häufig gestellte Fragen

Wie richte ich eine Windows Sicherung auf einem NAS ein?

Öffnen Sie die Windows-Einstellungen und navigieren Sie zu Update und Sicherheit, dann zu Sicherung. Dort wählen Sie Laufwerk hinzufügen und geben den Netzwerkpfad Ihres NAS ein, um automatische Backups einzurichten.

Welches Windows Tool eignet sich am besten für eine Sicherung auf dem NAS?

Für einfache Datensicherungen empfiehlt sich der integrierte Dateiversionsverlauf, während das Tool Sichern und Wiederherstellen für vollständige Systemabbilder geeignet ist. Beide Tools finden Sie in der Windows-Systemsteuerung unter dem Bereich Sicherung und Wiederherstellung.

Warum erkennt Windows mein NAS als Sicherungsziel nicht?

Häufig liegt das Problem daran, dass das NAS nicht korrekt im Netzwerk eingebunden oder die SMB-Freigabe nicht richtig konfiguriert ist. Stellen Sie sicher, dass Sie das NAS als Netzlaufwerk verbunden haben und die richtigen Zugangsdaten hinterlegt sind.

Wie oft sollte ich meine Windows Sicherung auf dem NAS durchführen lassen?

Für private Nutzer empfiehlt sich eine tägliche Sicherung wichtiger Dateien über den Dateiversionsverlauf, da dieser Änderungen automatisch speichert. Ein vollständiges Systemabbild sollten Sie mindestens einmal pro Woche oder vor größeren Systemänderungen erstellen.

Zuletzt aktualisiert: April 2026 | Autor: Vangelis | 25+ Jahre IT-Erfahrung | Gründer von www.windowsbackup.de

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