Typische Fehlermeldungen und zugrunde liegende Ordnerprobleme
Die Windows-Sicherung (Dateiversionsverlauf oder Sichern und Wiederherstellen) bricht mit einem Ordnerfehler ab, sobald das ursprüngliche Quell- oder Zielverzeichnis verändert wurde. Die folgenden Fehlercodes treten in der Praxis am häufigsten auf:
| Fehlercode | Meldungstext | Bedeutung |
|---|---|---|
0x81000037 |
„Das angegebene Verzeichnis ist nicht gültig.“ | Ein in der Sicherungskonfiguration gespeicherter Ordner wurde gelöscht oder umbenannt. |
0x80070005 |
„Zugriff verweigert.“ | Das Sicherungslaufwerk enthält Verzeichnisse, deren ACLs den Systemkonten keine Lese- oder Schreibrechte erteilen. |
0x80780119 |
„Die Sicherung ist fehlgeschlagen, weil der Speicherort nicht verfügbar ist.“ | Ein Netzlaufwerkpfad oder ein Wechselmedium wurde durch einen anderen Pfad ersetzt. |
0x80070003 |
„Das System kann den angegebenen Pfad nicht finden.“ | Der temporäre Sicherungsordner unter SystemVolumeInformation ist beschädigt oder fehlt. |
Überprüfen Sie zuerst, ob der Pfad in der Sicherungskonfiguration noch existiert. Öffnen Sie dazu die Systemsteuerung, wählen Sie „Sichern und Wiederherstellen (Windows 7)“ und klicken Sie auf „Sicherungseinstellungen anzeigen“.

Betroffene Ordner über die Ereignisanzeige ermitteln
Windows protokolliert jeden fehlgeschlagenen Sicherungsversuch mit dem betroffenen Verzeichnispfad in der Ereignisanzeige. So finden Sie den genauen Ordner:
- Drücken Sie Win+R, geben Sie
eventvwr.mscein und bestätigen Sie mit Enter. - Navigieren Sie zu Windows-Protokolle → Anwendung.
- Klicken Sie rechts unter Aktionen auf Filter aktuelles Protokoll.
- Stellen Sie als Ereignisquelle
Windows Backupein und übernehmen Sie den Filter. - Suchen Sie in der Liste nach Ereignissen mit der ID 515 oder 517.
- Im unteren Bereich der Ereignisdetails kopieren Sie den Text hinter „Pfad“ oder „Verzeichnis“.
Dieser Pfad ist die Ursache der Blockade. Notieren Sie ihn, bevor Sie den nächsten Schritt ausführen.
Ordnerberechtigungen für das Sicherungsziel korrigieren
Wenn das Sicherungsziel unter einem anderen Benutzerkonto oder nach einer Neuinstallation nicht lesbar ist, verweigert der Sicherungsdienst den Schreibvorgang. Korrigieren Sie die NTFS-Berechtigungen für das Stammverzeichnis des Sicherungslaufwerks:
- Öffnen Sie den Datei-Explorer und klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Ordner, der als Sicherungsziel festgelegt ist.
- Wählen Sie Eigenschaften aus.
- Wechseln Sie zur Registerkarte Sicherheit und klicken Sie auf Erweitert.
- Klicken Sie neben Besitzer auf Ändern.
- Geben Sie
SYSTEMein und klicken Sie auf Namen überprüfen. - Bestätigen Sie mit OK und aktivieren Sie das Kontrollkästchen Ersetzen Sie den Besitzer aller untergeordneten Objekte.
- Klicken Sie auf Übernehmen und dann auf OK.
- Fordern Sie anschließend die standardmäßigen Berechtigungen an: Öffnen Sie eine Eingabeaufforderung als Administrator und führen Sie folgenden Befehl aus:
- Geben Sie ein:
icacls "X:Sicherungsordner" /reset /t /cund ersetzen SieX:Sicherungsordnerdurch den tatsächlichen Pfad.
Nach dem Befehl starten Sie die Sicherung erneut über die Systemsteuerung. Ist das Problem weiterhin vorhanden, wiederholen Sie die Schritte für den übergeordnete Ordner (z. B. Laufwerksstamm).
Langpfad- und Zeichenprobleme im Quellordner beheben
Der Windows-Dateiversionsverlauf bricht ab, wenn ein Dateipfad mehr als 260 Zeichen umfasst oder der Ordnername eines der folgenden Zeichen enthält: < > : “ / | ? *. Zusätzlich blockieren vorangestellte Punkte oder Leerzeichen den Sicherungsdienst.
| Problem | Beispiel | Lösungsansatz |
|---|---|---|
| Pfad länger als 260 Zeichen | C:BenutzerMaxProjekte2025VertragsentwurfKorrespondenzAnlagenEntwurf_mit_Unterschrift_Final_ohne_Vermerk_Kopie.docx |
Kürzen Sie die Ordnerstruktur oder aktivieren Sie lange Pfade in der Registrierung unter HKLMSYSTEMCurrentControlSetControlFileSystem mit dem Wert LongPathsEnabled = 1. |
| Ungültiges Zeichen im Ordnernamen | Entwurf:Final oder Planung 2025? |
Benennen Sie den Ordner um. Verwenden Sie ausschließlich Buchstaben, Ziffern, Bindestrich und Unterstrich. |
| Führende Leerzeichen oder Punkte | .versteckt oder temp |
Entfernen Sie das Sonderzeichen am Anfang. Windows erstellt sonst eine Verknüpfung statt eines echten Ordners. |
Nach dem Umbenennen entfernen Sie den alten Eintrag aus der Sicherungsliste: Öffnen Sie „Dateiversionslauf“ in der Systemsteuerung, wählen Sie das betroffene Laufwerk und klicken Sie auf „Ausschließen“. Fügen Sie den korrigierten Ordner anschließend über „Einschließen“ wieder hinzu.
Symbolische Verknüpfungen und Junctions aus der Sicherung ausschließen
Enthält der Quellordner symbolische Links, Junctions oder Mount Points, versucht die Windows-Sicherung, dem Link zu folgen und blockiert, sobald das Ziel nicht erreichbar ist. Reparse Points wie C:UsersAll Users oder verlinkte OneDrive-Ordner verursachen regelmäßig den Fehler 0x81000037.
Identifizieren Sie solche Verzeichnisse in PowerShell als Administrator:
- Öffnen Sie PowerShell mit Win+X und wählen Sie Windows PowerShell (Administrator).
- Wechseln Sie in den betroffenen Quellordner mit
Set-Location C:BenutzerIhrName. - Listen Sie alle Reparse Points auf:
Get-ChildItem -Force -Directory | Where-Object {$_.Attributes -match "ReparsePoint"} - Die Ausgabe zeigt den Namen des Links und das Ziel.
Entfernen Sie den symbolischen Link aus dem Sicher
- Fügen Sie den Ordner über die Systemsteuerung unter „Dateiversionsverlauf“ → „Ordner ausschließen“ hinzu.
- Entfernen Sie den Link physisch aus der Quellstruktur, falls er nicht benötigt wird:
Remove-Item "Linkname" -Force.
Nach dem Ausschluss starten Sie die Sicherung manuell. Der Dienst überspringt den Reparse Point und setzt den Vorgang ohne Unterbrechung fort.
Beschädigte Sicherungskatalog-Datenbank zurücksetzen
Wenn die Sicherung nach allen Korrekturen immer noch mit dem Fehler 0x80780119 abbricht, ist die Katalogdatenbank unter SystemVolumeInformation defekt. Setzen Sie diese zurück, ohne Ihre Daten zu verlieren:
- Öffnen Sie die Eingabeaufforderung als Administrator.
- Stoppen Sie den Sicherungsdienst:
net stop wbengine. - Wechseln Sie in das Verzeichnis:
cd /d "C:System Volume Information". - Löschen Sie den Ordner
Windows Backup:rmdir /s /q "Windows Backup". - Starten Sie den Dienst neu:
net start wbengine. - Öffnen Sie die Systemsteuerung, klicken Sie auf „Sichern und Wiederherstellen (Windows 7)“ und wählen Sie „Jetzt sichern“.
Windows erstellt die Katalogdatenbank automatisch neu. Die vorhandenen Sicherungsdateien auf dem Ziellaufwerk bleiben erhalten und werden bei der nächsten inkrementellen Sicherung weiterverwendet.
Fazit: Wenn die Sicherung scheitert, liegt es selten am System
Nach 25 Jahren in der IT-Branche habe ich gelernt: Die meisten Sicherungsprobleme sind keine Technikfehler, sondern Ordnungsprobleme. Wenn Windows die Sicherung blockiert, steckt fast immer ein hartnäckiger Ordner mit Sonderzeichen, zu langen Pfaden oder fehlerhaften Berechtigungen dahinter – und genau dort sollten Sie zuerst suchen.
Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Datenstruktur zu bereinigen, bevor Sie die nächste Sicherung starten. Das spart nicht nur Nerven, sondern verhindert auch, dass Sie im Ernstfall ohne Backup dastehen.
Mein Tipp: Prüfen Sie monatlich Ihre Ordnerstruktur auf problematische Pfade und richten Sie eine separate Sicherungsstrategie für Ihre wichtigsten Daten ein – unabhängig von der Windows-eigenen Lösung. So bleiben Sie auch bei hartnäckigen Ordnerproblemen auf der sicheren Seite.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird die Windows Sicherung durch Ordner Probleme blockiert?
Die Windows Sicherung kann blockiert werden, wenn bestimmte Ordner wie System- oder Programmdateien nicht zugänglich sind oder Berechtigungsprobleme vorliegen. Überprüfen Sie die Ordnerberechtigungen und schließen Sie problematische Ordner von der Sicherung aus.
Wie behebe ich Ordner Probleme, die die Windows Sicherung blockieren?
Starten Sie die Sicherung als Administrator, um Berechtigungsprobleme zu umgehen. Entfernen Sie außerdem Ordner mit langen Pfaden oder Sonderzeichen aus dem Sicherungsumfang.
Welche Ordner verursachen häufig Probleme bei der Windows Sicherung?
Häufig betroffen sind Ordner wie AppData, Programme oder Windows selbst, die durch Systemprozesse gesperrt sein können. Nutzen Sie die Volumenschattenkopie, um diese Ordner dennoch zu sichern.
Kann ich die Windows Sicherung trotz Ordner Problemen fortsetzen?
Ja, indem Sie die problematischen Ordner manuell von der Sicherung ausschließen oder die Sicherung auf einen anderen Zeitpunkt verschieben. Eine Überprüfung der Ereignisanzeige hilft, die genaue Ursache zu identifizieren.
Zuletzt aktualisiert: September 2026 | Getestet auf: Windows 11 25H2, September 2026 | Autor: Vangelis | 25+ Jahre IT-Erfahrung | Windows-Spezialist | www.windowsbackup.de